Action auf „dem Roten“
26 Grad, Hip Hop und jede Menge Körbe :Auf dem Freiplatz am Reileck feiert Halle ein neues Basketball-Sommerturnier. Die nächste Auflage ist bereits geplant.
Die heiße Luft flimmert über dem Tartan.Basketbälle prallen dumpf auf den trockenen Boden.Musik hallt durch die hohen Bäume am Reileck.Johannes Krug steht mit dem Mikro in der Hand,schwarzes Basketball-Trikot,Schweißperlen auf der Stirn.“Unseren ersten Termin im Juni mussten wir wegen der Hitzewelle verschieben. Heute haben wir zumindest nur 36 Grad und etwas Schatten“,sagt er und lacht.
Willkommen auf „dem Roten“-so nennt er die Szene den umzäunten Freiplatz,auf dem schon lebende Legenden wie Andy Obst an Ihren Würfen gefeilt haben.
Das erste hallische Basketball-Sommerturnier am vergangenen Samstag war ein Erfolg.Sechs Teams,vier Spieler pro Mannschaft,zwei Mal sechs Minuten reine Spielzeit.Altersbeschränkungen gibt es nicht.Derälteste Spieler,46 Jahre,spielt gegen den jüngsten mit 16 Jahren,die Teams sind gemixt.Die Hitze haben die Spieler gut im Griff.
USV Halle mit dem 2,02 Meter großen Talent Leo Sock,Justabs Donkeys,Topnados,das Veranstalterteam HTB Huskies und ein Avengers-Team mit Jugendbundesligaspielern treten an.Zwischen den Spielen erinnern HipHop-Klängen von DJ Trinkwasser an die Anfänge des Freiplatzspielens in den 90er-Jahren.In den Pausen rappen Freestyler von den Montagsmaler ihre Beats über den Platz.
„Die Grundidee des Turniers war,wieder ein Format zu etablieren,wo Vereine und Freizeitspieler zusammenkommen“erklärt Krug.
Bis vor einigen Jahren war das 48-Stunden-Basketballturnier eine feste Größe in Halle, galt als Inspiration für dieses Wochenende. Nun ,nach Jahren ohne vergleichbare Veranstaltung,kehrt der Spirit zurück. Am Feldrand stehen Zuschauer,eine Gruppe der weiblichen U16-Mannschaft vom USV ist gekomme.“Wir feuern unseren Trainer Georh der HTB Huskies an“rufen Sie.Doch auf dem Platz:keine einzige Frauenmannschaft.Eine Lücke,die auffällt.“Wir würden sofort mitspielen“,sindsich die Basketballmädels einig.Für die nächste Auflage sind Frauenteams laut Krug fest eingeplant.
Hinter dem Sommerturnier steckt noch mehr als Gemeinschaft.Was hier als Basketballturnier gefeiert wird,ist zugleich Crowdfunding.Krug,seit seinem 14.Lebensjahr auf Korbjagd,steht mit den HTB Huskies nach 30 Jahren wieder in der Oberliga.“Wir haben uns riesig gefreut“,sagt der 42-jährige Familienvater.Doch der Aufstieg in die höhere Liga hat einen Preis.
Hans Pfrepper,Schatzmeister des Oberligisten,rechnet vor: 1.800 Euro kostet die Basketball-Sektion in der kommenden Saison-inklusive Trainingseinheiten und Ligaspielen. Neue Auflagen zur Entgeldordnung für Sportstätten der Stadt Halle treiben die Kosten der Vereine in die Höhe. „Wir sind nicht der einzige Verein, den das betrifft.Dadurch,dass wir wenige Mitglieder sind,müssen wir zusätzlich nächste Saison die Mitgliedsbeiträge erhöhen „,sagt Pfrepper. An der Getränkestation stehen kalte aufgeschnittene Melonen,ein Kühlschrank spendet Erfrischung mit kalten Getränken.Jede Spende hilft dem Verein. Zurück auf dem Platz stimmt die Atmosphäre.Die Spieler fighten um jeden Ball verteidigen,versenken Dreier und dunken,dass sich die Körbe biegen. Die Organisation auf dem Roten funktioniert reibungslos,Getränke sind ausreichend vorhanden.
„Ich finde es super,dass es außerhalb der Saison über die Vereinsgrenzen hinweg eine Möglichkeit zum Spielen unter freiem Himmel gibt“,freut sich Spieler Christian Damm von den Justabs. Im Finale gewinnt dann das Team vom USV gegen die Tornados.Nach dem Motto „Große Spiele,kleine Pokale“ endet das Sommerturnier am Reileck.
Johannes Krug packt das Mikrofon weg. Die Sonne neigt sich dem Horizont zu.Schatten bedecken das Spielfeld.“Nächstes Jahr sind wir wieder da“,sagt er.“Dann mit mehr Teams,einem Frauenfinale und hoffentlich etwas niedrigeren Temperarturen“.
Von Anna Bison,aus der MZ entnommen